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Stadtratswahlen Schaffhausen 2016, Katrin Bernath, Grünliberale
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Rhein­trep­pen

Stel­lung­nah­me des Stadt­ra­tes zum Pos­tu­lat von  Till Hard­mei­er «Rhein­trep­pen anstatt R(h)einrutschen», Sit­zung des Gros­sen Stadt­ra­tes vom 21. Janu­ar 2020

Mit dem Pos­tu­lat wird der Stadt­rat gebe­ten, die Rhein­trep­pen zu über­prü­fen und wo ohne hohe Kos­ten mög­lich, zu ver­bes­sern.

Der Stadt­rat nimmt wie folgt Stel­lung:

1. Aus­gangs­la­ge

Das «Lind­li» ist eine sehr belieb­te Park­an­la­ge, die sich in unter­schied­li­cher Brei­te über fast zwei Kilo­me­ter vom «Salz­sta­del» bis zur Gren­ze nach Büsin­gen erstreckt. Die Grün­an­la­ge wird durch Jung und Alt inten­siv genutzt, haupt­säch­lich von Erho­lung­su­chen­den, Spaziergänger/innen, Jogger/innen, und immer mehr auch zum Baden. Baden am «Lind­li» war frü­her ver­bo­ten und man durf­te sich auch nicht im Bade­kleid auf­hal­ten. Die ursprüng­li­che Ufer­ge­stal­tung ist des­halb nicht für Baden­de aus­ge­legt. Dies hat sich mar­kant ver­än­dert. Längst wird nicht nur noch den Wegen ent­lang spa­ziert, die Leu­te sit­zen am Ufer, lie­gen auf dem Rasen und baden im Rhein.

Die Ufer­ge­stal­tung ist durch die Dop­pel­pfos­ten­rei­he und die dar­an ver­täu­ten Weid­lin­gen geprägt. Nur an weni­gen Stel­len kann man vom Ufer aus direkt in den Rhein schwim­men. Ent­lang des gan­zen «Lind­li» vom «Salz­sta­del» bis nach Büsin­gen führt ein durch­ge­hen­der Trei­del­pfad. Damit getrei­delt wer­den kann, dür­fen kei­ne Gelän­der und ent­lang der Was­ser­li­nie kei­ne schar­fen Kan­ten oder sons­ti­ge Hin­der­nis­se im Weg ste­hen.

Für den Unter­halt der Ufer­ver­bau­ung inkl. dem Trei­del­pfad ist die Kraft­werk Schaff­hau­sen AG ver­ant­wort­lich. Ab dem Rasen­strei­fen und in der übri­gen Grün­an­la­ge sorgt Grün Schaff­hau­sen für den Unter­halt.

Nach einem inten­si­ven Mit­wir­kungs­ver­fah­ren zum Rhein­ufer hat der Stadt­rat am
19. Mai 2009 den «Mas­ter­plan Rhein­ufer» mit acht ver­schie­de­nen Teil­pro­jek­ten ver­ab­schie­det. Zum «Lind­li» steht im «Mas­ter­plan Rhein­ufer»:

Das «Lind­li» ist ein wert­vol­ler Nah­erho­lungs­raum mit guter Durch­grü­nung und hoher Auf­ent­halts­qua­li­tät. Ver­ein­zel­te Mass­nah­men, wie eine bes­se­re Zugäng­lich­keit zum Was­ser und grös­se­re Aufenthalts- und Spiel­mög­lich­kei­ten, sind erwünscht.

Zie­le:

  • Das «Lind­li» als attrak­ti­ven, natur­na­hen Erho­lungs­raum pfle­gen
  • Ver­bes­ser­te Zugäng­lich­keit zum Rhein
  • Erhö­hung der Aufenthalts- und Ver­weil­flä­chen für unter­schied­li­che Benut­zer­grup­pen

Die­se Zie­le wur­den bereits an meh­re­ren Orten erreicht

2. Bis­he­ri­ge Ver­bes­se­run­gen

Nach Ver­ab­schie­dung des «Mas­ter­plans Rhein­ufer» wur­den unter der Feder­füh­rung von Grün Schaff­hau­sen fol­gen­de Pro­jek­te erar­bei­tet und umge­setzt:

  • Ver­grös­se­rung und Sanie­rung der Trep­pen­an­la­ge und des Sitz­plat­zes beim Über­gang vom alten zum neu­en «Lind­li», d.h. beim «Rhein­ufer­platz», Höhe Fels­gas­se
  • 10 zwei Meter brei­te Trep­pen, die bis auf den Rhein­grund füh­ren, wur­den anstel­le der schma­len kur­zen Trep­pen ein­ge­baut
  • 12 neue Beton-Sitzelemente wur­den im neu­em «Lind­li» ange­bracht
  • zudem wur­den zusätz­li­che Sitz­bän­ke auf­ge­stellt und ein Teil der Abfall­ei­mer durch ein Unter­flur­sys­tem ersetzt.

3. Wei­te­re geplan­te Mass­nah­men

Wei­te­re Ver­bes­se­rungs­mass­nah­men der Zugäng­lich­keit sind geplant. Ein ent­spre­chen­der Inves­ti­ti­ons­kre­dit von 240´000 Fran­ken ist für 2020 bud­ge­tiert.

Anfang 2020, wenn noch kein Trei­del­ver­kehr besteht, sol­len zwei der brei­ten Trep­pen­an­la­gen saniert und die Stu­fen bis auf den Rhein­grund geführt wer­den. An die­sen Stel­len beim «Rhein­bühl» und bei der «Rhein­hal­de» lie­gen kei­ne Weid­lin­ge, so dass die Mög­lich­keit besteht, in den Rhein zu schwim­men oder aus dem Was­ser aus­zu­stei­gen. Auch zum sich Hin­set­zen und in die Rhein­land­schaft schau­en sind die­se Orte prä­de­sti­niert.

Gemäss der aktu­ell vor­lie­gen­den Schät­zung sind die­se Mass­nah­men mit Kos­ten von rund 140´000 Fran­ken ver­bun­den. Sie wer­den mit einer Kos­ten­be­tei­li­gung von maxi­mal 50´000 Fran­ken durch die Kraft­werk Schaff­hau­sen AG mit­fi­nan­ziert.

Wei­te­re Mass­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Zugäng­lich­keit wer­den auf den Win­ter 2020/21 hin geprüft. Dort wo die Trep­pen nicht bis zum Grund füh­ren, kön­nen zusätz­li­che 2 Meter-Treppenelemente ein­ge­setzt wer­den. Eine kos­ten­güns­ti­ge Ver­bes­se­rung des Aus­stie­ges mit Metall­bü­geln, die in die bestehen­den Beton­ele­men­ten mon­tiert wer­den, kann geprüft wer­den. Git­ter­rost­trep­pen auf die Beton­ele­men­te auf­zu­set­zen ist jedoch nicht mög­lich, da die­se ein zu gros­ses, scharf­kan­ti­ges Hin­der­nis für die Weid­lin­ge bil­den. Von der Umset­zung des Vor­schla­ges, die bestehen­den Beton­ele­men­te der Ufer­ver­bau­ung mit Löchern zu ver­se­hen wird abge­se­hen, da die­se Löcher scharf­kan­tig wären und durch das Anboh­ren die Armie­rungs­ei­sen frei­ge­legt wer­den könn­ten. Die­se wür­den ros­ten und so den Beton beschä­di­gen.

Eine wei­te­re Auf­wer­tung könn­te die Aus­bil­dung eines kie­si­gen Flach­ufers im Bereich der «Trot­te» sein.

4. Fazit

Die Zie­le und For­de­run­gen des Pos­tu­la­tes ent­spre­chen dem «Mas­ter­plan Rhein­ufer». Am «Lind­li» wur­den und wer­den an meh­re­ren Stel­len ver­schie­de­ne Auf­wer­tungs­mass­nah­men gebaut, um den Zugang respek­ti­ve den Aus­stieg aus dem Was­ser zu ver­bes­sern. Der Pos­tu­lent rennt somit offe­ne Türen ein und der Stadt­rat ist bereit, das Pos­tu­lat ent­ge­gen zu neh­men. Grün Schaff­hau­sen wird mit der Bewil­li­gung des Bud­gets beauf­tragt, die Mass­nah­men umzu­set­zen. Es wird jedoch kein sepa­ra­ter Bericht dazu ver­fasst, die Bericht­erstat­tung zu den For­de­run­gen des Pos­tu­lats bzw. den rea­li­sier­ten Mass­nah­men wird im Bericht zu den hän­gi­gen Motio­nen und Pos­tu­la­ten erfol­gen.