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Stadtratswahlen Schaffhausen 2016, Katrin Bernath, Grünliberale
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Attrak­ti­vie­rung des Walther-Bringolf-Platzes

Stel­lung­nah­me des Stadt­ra­tes zum Pos­tu­lat von Moni­ka Lacher «Attrak­ti­vie­rung des Walther-Bringolf-Platzes» für die Sit­zung des Gros­sen Stadt­ra­tes vom 18. Febru­ar 2020

Das Pos­tu­lat umfasst meh­re­re Aspek­te und es geht einer­seits um die Attrak­ti­vie­rung des Plat­zes zur Stei­ge­rung der Auf­ent­halts­qua­li­tät und ande­rer­seits um die Ver­kehrs­füh­rung und Par­kie­rung. Der Stadt­rat nimmt wie folgt Stel­lung:

1.    Aus­gangs­la­ge: Bis­he­ri­ge poli­ti­sche Dis­kus­sio­nen und Beschlüs­se

Die Auf­wer­tung der Plät­ze in der Alt­stadt und die Par­kie­rung in der Alt­stadt ist seit Jahr­zehn­ten ein Brenn­punkt der städ­ti­schen Poli­tik. Der Stadt­rat hat Ende der 1990er Jah­re einen Run­den Tisch zur Park­raum­pla­nung initi­iert. In der partei- und inter­es­sen­über­grei­fen­den Arbeits­grup­pe haben rund 50 Per­so­nen aus Poli­tik, Interessen- und Umwelt­ver­bän­den, Wirt­schafts­för­de­rung und Ver­wal­tung mit­ge­wirkt. Der von den Teil­neh­men­den unter­zeich­ne­te Schluss­be­richt ging als soge­nann­ter “Park­platz­frie­den” in die Geschich­te ein. Dar­in wur­den ver­schie­de­ne Mass­nah­men fest­ge­hal­ten, die zu einer qua­li­täts­vol­len Ent­wick­lung der Alt­stadt bei­tra­gen und die Bedürf­nis­se der ver­schie­de­nen Nut­ze­rin­nen und Nut­zer berück­sich­ti­gen.

Der Gros­se Stadt­rat hat der Vor­la­ge zu die­sem Schluss­be­richt am 14. Sep­tem­ber 1999 mit nur einer Gegen­stim­me zuge­stimmt und den Stadt­rat mit der Umset­zung der vor­ge­schla­ge­nen Mass­nah­men beauf­tragt. Dazu wur­de ein Umset­zungs­stab ein­ge­setzt, der bereits zwei Jah­re spä­ter den Richt­plan Par­kie­rung vor­leg­te. Der Gros­se Stadt­rat hat den Richt­plan Par­kie­rung im Novem­ber 2001 ver­ab­schie­det und damit einer­seits dem Bau zusätz­li­cher Park­plät­ze an peri­phe­rer Lage der Alt­stadt und ande­rer­seits den Umset­zungs­stab beauf­tragt, den Zeit­plan für die Auf­he­bung von Park­plät­zen in der Alt­stadt nach Mass­ga­be tat­säch­lich rea­li­sier­ter neu­er Park­plät­ze fest­zu­le­gen und dem Stadt­rat zu unter­brei­ten.

Im Zwi­schen­be­richt des Umset­zungs­stabs Park­raum­pla­nung im Jahr 2004 wur­de auf­ge­zeigt, wel­che Mass­nah­men umge­setzt wur­den und dar­auf hin­ge­wie­sen, dass wei­te­re Arbei­ten fol­gen wer­den.

Im Juni 2006 hat der Stadt­rat die Arbeits­grup­pe Attrak­ti­vie­rung Alt­stadt ein­ge­setzt, die u.a. den Auf­trag hat­te, die Arbei­ten des Umset­zungs­sta­bes ins­be­son­de­re der Parkplatz- und all­ge­mei­ner Ver­kehrs­fra­gen im Sin­ne der Beschlüs­se des Run­den Tisches Park­raum­pla­nung fort­zu­set­zen und Vor­schlä­ge zuhan­den des Stadt­ra­tes bezüg­lich Attrak­ti­vie­rung und Gestal­tung des öffent­li­chen Rau­mes in der Alt­stadt aus­zu­ar­bei­ten. In der Arbeits­grup­pe waren sowohl Ver­tre­te­rin­nen aus der städ­ti­schen Ver­wal­tung wie auch aus Inter­es­sen­grup­pie­run­gen aus Pro City, IG Unter­stadt, Gewer­be­ver­band, Ein­woh­ner­ver­ein Alt­stadt, Schaff­haus­er­land Tou­ris­mus, TCS, ACS, Hotellerieverein/Gastro Schaff­hau­sen, Pro Velo und VCS sowie Schaff­hau­ser Poli­zei ver­tre­ten. Die Arbeits­grup­pe wur­de 2016 auf­ge­löst.

2.    Aus­gangs­la­ge: Platz­auf­wer­tun­gen und Situa­ti­on beim Walther-Bringolf-Platz

Wie der Stadt­rat 2014 in sei­ner Stel­lung­nah­me zur Peti­ti­on «Park­platz­frie­den end­lich umset­zen» fest­hielt, sol­len ver­schie­de­ne Plät­ze schritt­wei­se und unter Berück­sich­ti­gung der ver­schie­de­nen Nut­zungs­be­dürf­nis­se wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Kon­kret umge­setzt wur­den Mass­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Auf­ent­halts­qua­li­tät am Platz und zur Neu­ge­stal­tung vor dem Haber­haus in der Neu­stadt. Die Pla­nun­gen für wei­te­re in der dama­li­gen Stel­lung­nah­me genann­te Plät­ze wur­den seit­her u.a. auf­grund man­geln­der per­so­nel­ler Res­sour­cen noch nicht umge­setzt. Ver­schie­de­ne Pla­nun­gen wur­den jedoch wie­der auf­ge­nom­men, u.a. auch die Auf­wer­tung des Kamm­garn­hofs als Bestand­teil der Vor­la­ge zur Ent­wick­lung des Kamm­gar­n­are­als.

Beim Platz bzw. neu Walther-Bringolf-Platz ist die Nut­zung der Lie­gen­schaf­ten im Erd­ge­schoss­be­reich ent­schei­dend für die Platz­ge­stal­tung. Der Stadt­rat hat sich bereits 2014 für eine schritt­wei­se Wei­ter­ent­wick­lung des Plat­zes aus­ge­spro­chen und dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Ent­wick­lung der angren­zen­den Lie­gen­schaf­ten die Nut­zung beein­flusst. Durch die Sanie­rung der «Kon­stan­zi­schen Schüt­te» und des Stadt­haus­ge­vierts wird eine Bele­bung der ent­spre­chen­den Erd­ge­schos­se ange­strebt. Wie in der Vor­la­ge zum Stadt­haus­ge­viert fest­ge­hal­ten, wer­den bei der Bau­rechts­ver­ga­be fol­gen­de Nut­zungs­vor­ga­ben gemacht:

  • Gene­rell sind im Erd­ge­schoss sind publi­kums­ori­en­tier­te Nut­zun­gen vor­zu­se­hen.
  • Im «Guar­di­ans­haus» muss auf min­des­tens 50 % der Haupt­nutz­flä­che eine gastrono-mische Nut­zung ein­ge­plant wer­den. Neben dem Innen­hof wird für das Restau­rant auch auf dem Walther-Bringolf-Platz eine Aus­sen­flä­che zur Ver­fü­gung ste­hen.

Ent­schei­dend für die Platz­ge­stal­tung ist auch die Fra­ge der Ver­kehrs­füh­rung und Par­kie­rung. Der Bereich von der obe­ren Repfer­gas­se über den Walther-Bringolf-Platz und die Krumm­gas­se bzw. Safran­gas­se zur Stadt­haus­gas­se ist heu­te nicht Teil der Fuss­gän­ger­zo­ne. Der moto­ri­sier­te Ver­kehr in die­sem Bereich ist mit der Zufahrt zu Park­plät­zen ver­bun­den, wobei es sowohl öffent­li­che als auch pri­va­te Park­plät­ze gibt.

3.    Aktu­el­le Ent­wick­lun­gen und Vor­ge­hen

Die Innen­stadt­ent­wick­lung ist in Schaff­hau­sen wie auch in ande­ren Städ­ten eine gros­se Her­aus­for­de­rung. Eine zen­tra­le Fra­ge ist, wie die Innen­stadt belebt wer­den kann.

Wie die im Jahr 2015 in einem Pro­zess erar­bei­te­te Stra­te­gie zur koope­ra­ti­ven Innen­stadt­ent­wick­lung auf­zeigt, sind ver­schie­de­ne Stra­te­gie­li­ni­en und Mass­nah­men gefragt. Ein Hand­lungs­feld ist die Erlebnis- und Raum­qua­li­tät. Das Ange­bot viel­fäl­ti­ger Erleb­nis­se und eine hohe Auf­ent­halts­qua­li­tät der öffent­li­chen Räu­me tra­gen zur Bele­bung bei, indem Anrei­ze gesetzt wer­den, in die Innen­stadt zu kom­men und sich hier län­ger auf­zu­hal­ten.

Der Stadt­rat enga­giert sich zusam­men mit ver­schie­de­nen Akteu­ren für die Innen­stadt­ent­wick­lung. Wäh­rend die Schaf­fung viel­fäl­ti­ger Erleb­nis­se in ers­ter Linie vom Enga­ge­ment pri­va­ter Anbie­ter abhän­gig ist, hat die Stadt die Feder­füh­rung bei der Attrak­ti­vie­rung öffent­li­cher Räu­me. Des­halb hat der Stadt­rat in der Legis­la­tur­pla­nung das Ziel for­mu­liert, öffent­li­che Räu­me und Plät­ze auf­zu­wer­ten und so eine leben­di­ge Alt­stadt zu för­dern. Die Ent­wick­lung von Mass­nah­men zur Stei­ge­rung der Auf­ent­halts­qua­li­tät des Walther-Bringolf-Platzes ist in Über­ein­stim­mung mit die­sem Ziel und ent­spre­chend sieht der Stadt­rat vor, die Rah­men­be­din­gun­gen für die Nut­zung und Gestal­tung des Plat­zes zu erar­bei­ten.

Dabei geht es in einem ers­ten Schritt dar­um, zusam­men mit inter­es­sier­ten Akteu­ren aus Gewer­be, Ver­ei­nen und Anwoh­nen­den die Bedürf­nis­se zur Nut­zung des Plat­zes und zum Ver­kehrs­re­gime abzu­ho­len. Die­se Erkennt­nis­se bil­den die Grund­la­ge für ein Verkehrs- und Nut­zungs­kon­zept. Die­ses soll die Rah­men­be­din­gun­gen fest­le­gen für Mass­nah­men, die in Etap­pen und in Abhän­gig­keit der bau­li­chen Ent­wick­lung im Stadt­haus­ge­viert umge­setzt wer­den kön­nen.

Dem Stadt­rat ist es ein Anlie­gen, ver­schie­den Vari­an­ten bezüg­lich Nut­zun­gen inkl. Par­kie­rung und Zufahrts­mög­lich­kei­ten für Gewer­be, den pri­va­ten moto­ri­sier­ten Ver­kehr und Velos offen zu prü­fen.

4.    Fazit

Attrak­ti­ve öffent­li­che Räu­me, die eine hohe Auf­ent­halts­qua­li­tät haben und Raum bie­ten für ver­schie­de­ne Nut­zun­gen, tra­gen zur Bele­bung der Innen­stadt bei. Die Auf­wer­tung und Gestal­tung des öffent­li­chen Rau­mes in der Alt­stadt ist als Dau­er­auf­ga­be der Stadt zu ver­ste­hen, die mit den aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen der Innen­stadt­ent­wick­lung ein neu­es Gewicht erhält. Der Bedarf zur Auf­wer­tung des Walther-Bringolf-Platzes ergibt sich auf­grund der zen­tra­len Lage sowie der Sanie­run­gen und neu­en Nut­zun­gen der anlie­gen­den Lie­gen­schaf­ten. In die­sem Sinn ist der Stadt­rat bereit, das Pos­tu­lat ent­ge­gen zu neh­men und die Nut­zun­gen sowie das Ver­kehrs­re­gime zu prü­fen